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IT-founder Podcast

#165 Die richtige Unternehmensform für dein Business

Dieses Mal im IT-founder Podcast:

Du kennst jemanden, der diesen Podcast hören sollte? Teile dein Wissen:

Wie findest du die richtige Rechtsform und Unternehmensform für dich? Darum soll es diesmal gehen. Viele Gründer stürzen sich einfach so in die Selbstständigkeit und stellen sich diese Frage entweder nie aktiv oder vielleicht gehörst du zu denen, die ewig lang am Grübeln sind, am Vergleichen sind – das ist beides nicht optimal.

Das Einzelunternehmen

Es hilft natürlich immer, einen Überblick über die gängigsten Rechtsformen zu haben, dennoch solltest du dich dann zeitnah entscheiden. Du wirst nicht sehen, ob etwas funktioniert, wenn du nur mit Zettel und Stift dasitzt und überlegst.
Die wohl gängigste Rechtsform ist die des Einzelunternehmens. Wenn du einfach nur dein Gewerbe anmeldest und sonst nichts tust, dann bist du automatisch Einzelunternehmer hier in Deutschland. Es gelten dann dieselben Regen für dich wie für alle anderen Unternehmer, du musst Steuern zahlen, als Privatperson deine Einkünfte versteuern und wenn ein Schadensfall eintritt – und das ist ganz wichtig zu wissen – dann bist du voll haftbar. Als Einzelunternehmer bist du als Privatperson auch haftbar für das, was du in deinem Business anstellst.

Steuerlich musst du natürlich die Gewerbesteuer zahlen, wenn du Einzelunternehmer und Gewerbetreibender bist. Wenn du Freiberufler bist, hast du gewisse steuerliche Vorteile in der Hinsicht. Als Gewerbetreibender musst du zudem Umsatzsteuer leisten, auf alle Leistungen, die du erbringst und auf alle Produkte, die du verkaufst. Das tust du in Form einer Vorsteuer. Entsprechend kannst du aber eben auch alle Steuern, die du selbst ausgeben musstest, geltend machen: Du kaufst einen neuen Laptop, das sind 19 % Umsatzsteuer, die du geltend machen kannst. Als Freiberufler musst du zwar keine Umsatzsteuer zahlen, kannst aber im Umkehrschluss auch nichts absetzen.

Zwei oder mehr Gründer: Die GbR

Wenn ihr mindestens zu zweit seid und gründet, ohne euch Gedanken über eine Rechtsform zu machen, dann seid ihr automatisch eine GbR, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Generell ist es immer besser, wenn ihr euch mit einem Rechtsanwalt besprecht, wenn ihr zu Mehreren gründen wollt. Setzt intern einen Vertrag auf über die Rechte und Pflichten der einzelnen Mitunternehmer, denn bei einer GbR sind alle Gesellschafter voll haftbar – auch mit dem privaten Vermögen! Ihr haftet gemeinsam, wenn also einer nicht zahlen kann, muss der Rest, im Zweifelsfall auch du allein, für alles aufkommen. Dennoch ist die GbR eine charmante Form, um unkompliziert mit Menschen zusammen zu gründen, denen du zu 100 % vertraust. Ihr habt keinen großen bürokratischen Aufwand und keine großen Nebenkosten.

GmbH: Teuer, aber angesehen 

Auf OHG und KG gehe ich jetzt nicht im Detail ein, die gängigsten Formen sind für mich im IT-Bereich das Einzelunternehmen und die GbR. Selten kommt jemand auf mich zu und sagt, ich möchte das Risiko mindern und haftungsbeschränkt gründen, dann kommen GmbH und UG zur Sprache. Starten wir mit der GmbH: Das ist die klassische Rechtsform, die viele viele Unternehmen seit sehr sehr vielen Jahren in Deutschland wählen. Willst du eine GmbH gründen, also als Gesellschaft mit beschränkter Haftung, musst du ein Stammkapital von 25.000 Euro einbringen, 50 % müssen davon sofort verfügbar sein.
Das klingt zwar nach viel Geld, dafür hast du aber einen entscheidenden Vorteil: Du bist nicht als Privatperson voll haftbar, sondern die Haftung deiner GmbH ist beschränkt – eben auf das Geld, was im Unternehmen ist. Im Falle der Gründung sind das eben die 25.000 Euro.

Es gibt natürlich Sonderfälle, wenn du fahrlässig handelst beispielsweise. Es gibt immer gewisse Restrisiken, die damit verbunden sind. Wenn du aber deinen Aufgaben als Geschäftsführer ordentlich nachkommst, hast du eine massiv erhöhte Sicherheit. Da du sowieso einen Notar für die Gründung benötigst, kannst du dich direkt rechtlich beraten lassen. Den Notar brauchst du deshalb, weil ohne notarielle Beglaubigung kein Eintrag im Handelsregister stattfinden kann, dieser ist jedoch notwendig, damit die GmbH rechtsgültige Geschäfte ausführen darf. Entsprechend kann der Notar oder ein Rechtsanwalt oder Steuerberater dich wirtschaftlich beraten und dir helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Steuerlich kommt bei der GmbH noch die Körperschaftssteuer zu den beim Einzelunternehmen erwähnten gängigen Steuern hinzu. Diese solltest du von vornherein einplanen. Eine GmbH macht für dich auf jeden Fall Sinn, wenn du sicherheitsorientiert arbeiten und von deiner Arbeit leben möchtest. Wenn du mit Geschäftspartnern im deutschsprachigen Raum zu tun hast und Wert auf eine sehr geschätzte Unternehmensform legst. Eine GmbH hat in Deutschland und international immer noch ein sehr hohes Ansehen.

UG: Die kleine Schwester der GmbH

Wenn du jetzt keine Lust oder Möglichkeit hast, die 25.000 Euro Stammkapital zu erbringen, kannst du dich an die kleine Schwester der GmbH halten, die UG. In England gibt es dann noch die Limited, die ähnlich funktioniert. Beide können ab nur einem Euro gegründet werden. Wenn du in Deutschland eine UG, eine Unternehmergesellschaft, gründest, bist du rechtlich fast gleichgestellt zur GmbH. Wenn du also die Haftungsbeschränkung haben möchtest, aber das Stammkapital einer GmbH nicht leisten kannst, ist diese Vorform durchaus attraktiv für dich. Mit einer UG bist du zudem auch voll geschäftsfähig.

Ein kleiner Tipp am Rande aber noch: Wenn du ab einem Euro gründen kannst, bedeutet das aber auch, wenn deine erste Rechnung über 10 Euro hoch ist (was du mit einem Euro Kapital nicht zahlen kannst), bist du quasi insolvent. Achte also drauf, dir auch bei einer UG schon ein gewisses sinnvolles Stammkapital einzurichten, damit du auch in den ersten Monaten schon ganz normal zahlungsfähig bist.
Wenn du sonst noch eine Frage zu den Unternehmensformen hast oder eine Startup Beratung wünscht, buch dir gerne einen StartUp-Call mit mir über meine Homepage. Allerdings solltest du dir für rechtlichen Rat immer beim Fachmann Unterstützung suchen! Ich kann keinen Steuerberater oder Notar ersetzen. Du kannst auch gerne der IT-founder-Facebookgruppe beitreten, dort tauschen wir uns immer gerne aus.

Ansonsten wünsche ich dir richtig richtig viel Erfolg mit deinem Unternehmen!

IT Founder

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Wer hier  schreibt:

CEO von IT-founder.de, Gründer, Business-Coach und langjähriger Selbstständiger in der IT-Branche. Als Gründer fühlst du dich vielleicht manchmal erschlagen von der Menge und Vielfalt der anstehenden Aufgaben. Ich zeige dir aus eigener Erfahrung, wie du mit deinem IT-Unternehmen erfolgreich startest und Fehler vermeidest!

Tobias Ziegler

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Tobias Ziegler verrät seine Strategien, mit denen er und IT-founder bereits unzählige hoch-profitable und automatisierte Kundengewinnungssysteme für IT-Unternehmer und Freelancer aufgebaut haben.

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