#49 – Der richtige Investor sagt Ja! Interview mit Capmatcher Teil1

Dieses Mal im IT-founder Podcast:

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Heute darf ich zwei ganz besondere Gäste begrüßen, die genau wissen, wie Startup-Finanzierung funktioniert, was die wichtigsten Kriterien sind, um Kapital zu bekommen und was darüber hinaus noch zu beachten ist.

Boris Hardi und Philipp Berger haben zusammen Capmatcher (https://capmatcher.com) gegründet und geben uns heute einen guten Einblick hinter die Kulissen. Aufgrund der Länge des Interviews haben wir das Gespräch auf zwei Podcastfolgen aufgeteilt.

Boris blickt auf über 20 Jahre Erfahrung im Private Equity-, Real Estate-, Banken- und Börsenumfeld. Außerdem war er die letzten Jahre Business Angel und hat aktiv in Startups investiert. Seine Erfahrungen und Probleme, die er dabei als Investor hatte, ließ er in Capmatcher einfließen. 

Philipp ist gelernter Bankkaufmann, studierte BWL mit Fokus auf Corporate Finance, Venture Capital und Innovation in München und Helsinki. Er ist bei Capmatcher für das Venture Development verantwortlich und kümmert sich um alle Themen, die darauf abzielen, die Reichweite der Firma voranzutreiben bzw. Startups zu erreichen. 

Mit Capmatcher erklären sie zusammen den Startups, wie ein Investor tickt, welche Informationen relevant sind für eine Bewerbung und wie der Investorenmarkt funktioniert.

Sie erläutern in unserem Gespräch ganz ausführlich, wie das in verschiedenen Stadien mit der Bewertung abläuft, welche Kapitalspannen es üblicherweise gibt und welche verschiedenen Investorenklassen es gibt bzw. wer investieren kann.

Außerdem erfährst du in diesem Interview, wie das jeweilige strategische Kalkül des Investors aussehen kann und welche neuen Tendenzen sich abzeichnen.

Brauchst du einen Partner, der dich finanziell unterstützt, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Capmatcher hilft dir bei der Orientierung und zeigt dir die nächsten sinnvollen Schritte. Ein guter Zeitpunkt, sich dort anzumelden ist, wenn du dein Produkt definiert bzw. deine Idee schon etwas ausgearbeitet hast.

Der Onboarding Prozess bei Capmatcher ist allerdings bewusst sehr anspruchsvoll, weil er auch gleichzeitig ausbildet. Man lernt, während man das Onboarding macht, viel über sich selber und sein Startup. Du siehst dadurch, ob du dir genug Gedanken gemacht hast über den Markt. Ob es wirklich ein Problem ist, welches du mit deinem Produkt lösen willst. Denn oftmals ist das Problem, das man identifiziert, ein individuelles, eigenes Problem, aber dafür gibt es keinen Markt. Ganz toll ist es, wenn man erstmal in seinem Umfeld seine Idee vorstellt und schaut, wie die Reaktionen sind. Allerdings ist das Umfeld oft homogen, denn man umgibt sich ja meistens mit Gleichgesinnten. Die sehen vielleicht auch das Problem, aber der Markt nicht.

Bei Capmatcher sichten sogenannte Startup-Scouts die Bewerbungen, die bei ihnen eingehen, individuell und werden nach einem 50-Punkte-Plan objektiv bewertet. Das ist deswegen wichtig zu wissen, weil Capmatcher den Onboarding-Prozess bei einem Venture Capital oder Business Angel Investor oder auch Accelerator direkt abbildet und Feedback gibt, wenn etwas nicht passt. So hat man als Founder den großen Vorteil, dass man kostenfrei seine Idee challengen kann.

Boris und Philipp teilen auch meine Empfehlung, so früh wie möglich das Marktfeedback einzuholen. Teste deine Zielgruppe und deine Nutzenargumente. Auf welchen Painpoint reagiert welche Zielgruppe tatsächlich? Ist der Lösungsansatz, den ich verfolge, wirklich relevant für diese Zielgruppe?

Es ist nicht der Investor, der Nein sagt. Es ist nur der falsche Investor, der Nein sagt!

Capmatcher

Auf die Persönlichkeit kommt es an. Man muss keine Angst haben, mit einem Investor zu reden und zum Beispiel nicht zu wissen, was man anziehen soll.  

Die Aufgabe eines Intromanagers ist es, die richtige Intro zum richtigen Investor zu machen, so dass die richtigen Leute miteinander sprechen. Dann sind die Hürden ganz andere. Dann braucht man keine Sorge zu haben und auch keine Zeit zu verschwenden. Entscheidend ist hier die kurze Zündschnur. In der Pre-Seed- und Seed-Phase hat man zwischen 9 und 16 Monaten Zeit, ein Funding hinzubekommen. Wenn das Funding nicht kommt, dann geben die Gründer oft auf und entscheiden sich für eine Festanstellung. Deswegen ist es sehr zeitkritisch, hier die richtigen Investoren mit den richtigen Gründern rechtzeitig zusammenzubringen.

Ein Startup durchläuft verschiedene Phasen

Ein Startup durchläuft verschiedenen Lebensphasen und dazu gehören auch unterschiedliche Chancen-/Risiko-Profile.

Die Pre-Seed-Phase ist die Phase, wo es noch keine Umsätze gibt und wo es z.B. auch kein fertig programmiertes Produkt gibt. Aber bereits in dieser Phase kann man Investoren für sich gewinnen. 

Die Seed-Phase beginnt dann, wenn das Produkt fertig ist, aber es noch keine Umsätze gibt. Da passiert sehr viel parallel. Man ist als Gründer vielleicht an der Stelle, wo man weiß man hat seinen Job und seine Projekte und man hat sein eigenes Baby, das man am Abend entwickelt. Irgendwann stellst du fest, wenn du jetzt mehr Zeit dafür hättest, dann könntest du das jetzt noch viel weiterentwickeln. Wegen deinem anderen Job kannst du aber nicht mehr Zeit investieren. Das ist die Stelle, an der du eine Finanzierung brauchst. 

Bei der Serie A-Phase hast du bereits den Break Even Point erreicht und möchtest jetzt skalieren und viele Leute einstellen. 

Natürlich trägt der Investor in der Pre-Seed und Seed-Phase ein deutlich höheres Risiko, als wenn er in eine Serie-A-Phase investiert, bei der er sehen kann, dass die Umsätze schon reinkommen.

Merke: Wenn du nicht in der Lage bist, einen Investor zu überzeugen, dann bist du vielleicht auch noch nicht weit genug in Bezug auf deine Kenntnisse über den Markt. 

Pass auf, dass niemand deine Geschäftsidee klaut

Du musst als Gründer darauf achten, welche Informationen du in der frühen Phase bereitstellen willst. Capmatcher bzw. deren Scouts helfen dabei. Alles, was aufgenommen wird, wird manuell von Spezialisten geprüft und alles wird bis zu einem gewissen Grad anonymisiert.

Die Capmatcher Exposees sind genderneutral, so dass es nicht ersichtlich ist, ob eine Frau oder ein Mann dahintersteht. Zudem wird das Businessmodell soweit anonymisiert, dass ein Investor eine Vorentscheidung treffen kann und das Team kennenlernen möchte.

Last but not least ein Praxis-Tipp: Bei der Gründung einer GmbH brauchst du keinen Anwalt. Geh zum Notar deines Vertrauens. Die haben die richtigen Formulare, sind sehr professionell und günstiger als ein Anwalt.

Soviel zum ersten Teil unseres Interviews mit Boris und Philipp von Capmatcher. Viel Spaß beim Zuhören und viel Erfolg beim Aufbau deines Unternehmens. Ich hoffe, du konntest wieder viele Tipps und Inspiration für dich mitnehmen.

Und nicht vergessen: Nächsten Donnerstag geht es mit dem Interview Teil 2 weiter!

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About the Author Tobias Ziegler

CEO von IT-founder.de, Gründer, Business-Coach und langjähriger Selbstständiger in der IT-Branche. Als Gründer fühlst du dich vielleicht manchmal erschlagen von der Menge und Vielfalt der anstehenden Aufgaben. Ich zeige dir aus eigener Erfahrung, wie du mit deinem IT-Unternehmen erfolgreich startest und Fehler vermeidest!

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