#52 – Ist es wirtschaftlich, was du da machst?

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Das Thema Kennzahlen ist zwar ein richtig trockenes Thema, aber es ist auch sehr wichtig. 

Warum ist das Thema für Gründer so wichtig? Oft vergessen wir, uns im laufenden Geschäft Gedanken zu machen, wie der Trend gerade aussieht. Weißt du in welcher Richtung du gerade unterwegs bist und erreichst du das, was du dir gerade vorgenommen hast oder nicht? 

Ein paar Kennzahlen können helfen, frühzeitig zu erkennen, ob vielleicht ein großes Problem auf einen zurollt. In dieser Podcastfolge möchte ich ein paar der wichtigsten Kennzahlen ansprechen, die dir helfen können, einen Überblick zu bekommen und mit denen ich auch regelmäßig arbeite.

Der Stundensatz

Wenn du IT-Dienstleister bzw. IT-Freelancer bist, rechnest du vermutlich über den Stundensatz ab. Hab deinen mittleren Stundensatz im Auge, schau mit welchen Kunden du viel Umsatz machst und ob du vielleicht verschiedene Stundensätze bei deinen Kunden hast. 

Mach mehr von dem, was dir mehr Stundensatz bringt.

Es gibt übrigens einen sehr hilfreichen Blogeintrag zum Thema „Wie berechne ich als Selbstständiger meinen Stundensatz?“ >>

Die abrechenbaren Stunden

Wie viele deiner Stunden, die du so für dein Business aufwendest sind abrechenbar?

Das ist ein großer Hebel, wie du die Wirtschaftlichkeit deines Unternehmens verbessern kannst. Tu weniger von dem, was du nicht abrechnen kannst und was nicht wertschöpfend ist. 

Den Absatz im Blick haben

Wieviel Stunden, wieviel Produkt Stück pro Monat verkaufst du? Steigt dein Absatz? Denn wenn du zum Beispiel deinen Preis erhöhst, kannst bei gleichem Absatz mehr Umsatz erreichen. Wenn sich aber der Preis senkt, weil zum Beispiel der Markt etwas schwieriger geworden ist und du den Umsatz halten willst, kannst du das nur erreichen, in dem du den Absatz erhöhst. Du musst also mehr Produkte verkaufen bzw. mehr Leistung erbringen.

Die Kosten

Um zu schauen, was deine größten Kostenblöcke sind, erstelle dir doch erst einmal eine Excel-Tabelle. Was sind deine Kosten in Bezug auf dein Business? Zum Beispiel Basics wie Infrastruktur, Technik, das Büro, Personalkosten, Fremdleistungen, Marketingkosten, Reisekosten, etc. 

Beachte natürlich auch das, was du dir selber an Geld auszahlst, das was du zum Leben brauchst. Die allereinfachste Milchmädchenrechnung wäre jetzt, dass der Umsatz minus die Kosten gleich der Gewinn ist. Überleg dir auch welche Beiträge du im Nachgang noch ans Finanzamt abführen musst bzw. welche Rücklagen du noch bilden musst.

Dreh das Ganze doch mal um: Gewinn minus Umsatz ist gleich Kosten

Denk doch mal, dass deine Kosten sich an dem orientieren müssen, wieviel Geld noch übrig ist, nachdem du dir deinen Gewinn ausgezahlt hast. Auch das ist eine interessante Sichtweise an der Stelle. Dann kannst du mit dem dir zur Verfügung stehenden Kostenbudget dein Unternehmen skalieren. Ich empfehle dir an der Stelle das Buch „Profit first“ (https://www.profit-first.de)

Die Rentabilität

Ist es wirtschaftlich, was du da machst? Rechnet sich das? Schau mal am Jahresende, wieviel Geld hängen geblieben ist, wieviel Zeit und ursprüngliches Kapital du investiert hast. Das kannst du pro Auftrag oder pro Projekt berechnen, aber auch auf das gesamte Jahr für das ganze Unternehmen oder auch auf verschiedene Geschäftsbereiche anwenden.

Wenn du im Dienstleistungsbereich bist, solltest du vielleicht mindestens 25% Rentabilität anstreben. Stelle für dich fest, was ist deine Rentabilität, die du anstrebst und wo liegst du gerade?

Die Liquidität

Hier geht es um Deine aktuelle Zahlungsfähigkeit. Wieviel Geld hast du gerade liquide auf deinem Bankkonto, über das du verfügen kannst. Denn das ist das Wichtigste, um überhaupt mit deinem Unternehmen arbeiten zu können.

Es gibt eine Grundregel: Liquidität vor Rentabilität

Es macht keinen Sinn, all deine liquiden Mittel anzulegen oder auszugeben und gar nichts mehr auf dem Konto zu haben. Denn wenn dann eine Rechnung kommt, ist dein Unternehmen insolvent. Dann musst du vielleicht Kredite aufnehmen, die du dann mit teuren Zinsen bezahlen musst oder du bekommst die Kredite gar nicht und bist zahlungsunfähig. Achte also immer darauf, dass du liquide bist und einen finanziellen Freiraum hast. Wenn dann z.B. ein Kunde später zahlt als erwartet, geht dir nicht die Puste aus

Was kostet es dich, einen Neukunden zu gewinnen?

Welche Kosten für eine gezielte Werbemaßnahme habe ich. Teile sie einmal durch die Anzahl der Interessenten, die du gewonnen hast, dann weißt wieviel dich ein Interessent gekostet hat. Interessant wird es dann, zu sehen, wer davon wird auch wirklich Kunde und wieviel Umsatz mache ich mit dem Kunden.

Das ist auch schon die nächste Kennzahl: Der Customer Lifetime Value

Wieviel Umsatz mache ich mit meinen Kunden über den kompletten Lebenszyklus solange er Kunde ist. Das zu kennen, hilft dir ungemein, dir zu überlegen wieviel Geld du ausgeben kannst, um einen Neukunden zu akquirieren. 

Ich kann dir wirklich ans Herz legen: Mach dir mal eine Exceltabelle, trag die ganzen Werte ein und mach für dich eine Liquiditätsvorschau. Kenn deinen Auftragseingang, um eine Prognose für die nächsten Monate zumachen, aber hab im Blick, dass der Umsatz noch nicht da ist.

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken oder auch Fragen und deine Kenntnisse beim Umgang mit diesen Kennzahlen mit uns teilst. Komm doch in unsere Facebookgruppe (https://www.it-founder.de/go/group/) und tausche dich mit uns aus.

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