Empfehlungsmarketing im E-Commerce – und das per App! Tobias Haas von Rekla.me im Interview

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Es gibt wieder ein spannendes Interview von Tobi zu Tobi – der liebe Tobias Haas war bei mir zu Gast und hat interessante Einblicke in sein digitales Empfehlungsmarketing Startup Rekla.me und seine Arbeit gegeben.

Vom tristen Alltag in die Selbstständigkeit

Unter seinen Freunden als neugieriger Mensch bekannt, beschreibt er sich selbst sogar als stückweit risikoaffin. Eine Eigenschaft, die ihm bei seiner Selbstständigkeit und dem Sprung ins kalte Wasser sehr geholfen hat. Tobias ist studierter Wirtschaftsingenieur in der Fachrichtung International Project Engineering. Was man damit anfangen kann? Das hat er mir so erklärt:

„Es ist ein eher technisches Wirtschaftsingenieurwesen mit Fokus auf internationalen Projekten. Der Studiengang ist eigentlich dafür ausgelegt, klassisch in der Automobilbranche beispielsweise technische internationale Projekte zu leiten.“

Die Automobilbranche ist auch genau das, wo Tobias ursprünglich herkommt. Für fast zwei Jahre waren diese internationalen Projekte seine Welt. Danach entschied er sich, gemeinsam mit seinem langjährigen (Studien-)Freund, den Absprung zu wagen und einer Idee, die seit Jahren in den beiden Freunden reifte, eine Chance zu geben.

Einer der Hauptgründe neben der bereits bestehenden Idee war für Tobias das triste Geschehen, das seinen Alltag bestimmte: „Ich war in einem Projektteam, da ging es nicht 9 bis 17 Uhr. Je nach Projektstand ging das länger, die zehn Stunden, die du als Arbeitnehmer arbeiten darfst, habe ich oft voll gemacht. Der typische Alltag bestand also aus viel Arbeit, einem relativ eintönigen WG-Leben und ein bisschen Sport, abends nach Feierabend – und das war’s dann größtenteils auch schon wieder.“

Empfehlungsmarketing für Unternehmen – wie geht das?

Die Langeweile brachte erste Gespräche der gemeinsamen Gründer und nachdem klar war, dass das Gedankenkonstrukt Perspektive hat, ging es an die Umsetzung. Die einzige Herausforderung war für die Beiden, so erzählte Tobi mir, dass sich keine Pain Points auftaten – was beide Gründer sehr irritierte. Das lag vermutlich daran, dass die Idee einige Monate Reifezeit hatte und entsprechend optimiert worden war, bevor der Startschuss fiel.

Die Grundidee des Business‘ besteht darin, Unternehmen zu helfen, Kunden mit ins Marketing zu integrieren. Jeder kennt Mund-zu-Mund-Propaganda: Ich habe etwas gekauft, finde das gut, empfehle es meinem Kumpel, er kauft höchstwahrscheinlich auf meine Empfehlung hin ebenso. Tobias und sein Geschäftspartner wollten diesen Prozess für Unternehmen zugänglich machen. Empfehlungsmarketing als effektivste Form des Marketings und skalierbar, das war das Ziel.

„Warum ist es nicht möglich, das sozusagen auf die breite Masse anzuwenden? Warum ist es nicht möglich, das skalierbar anzuwenden, diese Mund-zu-Mund-Propaganda, diese  Kraft von Empfehlungsmarketing? Da sind wir im Endeffekt angesiedelt. Erstens im Bereich Empfehlungsmarketing, der zweite Bereich ist Influencer-Marketing.“

Funktionsweise des Kunden-Cashbacks

Influencer-Marketing sei Fluch und Segen zugleich, erzählt Tobi mir. Oft genug haben ihn Unternehmen abgewiesen, sobald das Wort Influencer fällt, weil man nicht „mit diesen Leuten“ in einen Topf geworfen werden möchte. Tatsache ist aber eben auch, dass Influencer-Marketing heutzutage superpopulär ist, extreme Wachstumsraten aufweist und Unternehmen unglaubliche Ergebnisse liefern kann. Diese Benefits will das junge Startup selbstverständlich für sich nutzen.

Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Nahezu jeder ist auf Social Media vertreten und kennt dort eine Menge Menschen. Das Startup fungiert als Schnittstelle, um das Empfehlungsmarketing auf Social Media zu übertragen und es so skalierbar zu machen. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind dabei das A und O, denn niemand kauft ein Produkt, wenn der Bewerber nicht überzeugend ist oder irgendwas an der Werbung merkwürdig oder unseriös erscheint.

Die Umsetzung soll dabei ebenso einfach wie effektiv sein. Die Endkunden erhalten von dem Unternehmen für einen Post (oder eine Story)  in den Sozialen Medien ein Cashback für das gekaufte Produkt. Es wird etwas gekauft, der Kunde postet darüber etwas und erhält dafür von dem jeweiligen Unternehmen Cashback. Dieses Cashback ist abhängig von Reichweite und Marketingeffekt des Kunden. Tobias und sein Startup-Kollege bilden in der ganzen Geschichte die Softwareschicht dazwischen.

Umsetzung des Empfehlungsmarketings

Wie die Marktingstrategie im Detail aussieht, ist im Grunde egal: Es kann ein Flyer mit QR-Code sein, ein Link in der Versandbestätigung in der E-Mail,… Diese Umsetzung bleibt dem Unternehmen überlassen. Hauptsache ist, dass die Unternehmen den Kunden über einen Code/Link zur App des Startups weiterleiten, von wo aus dann die jeweilige Kampagne startet. Für den Kunden super simpel: Es ist nur eine kurze Anmeldung notwendig und schon kann er loslegen. Aktuell ist die Hauptplattform Instagram, weitere sind aber in Planung.

Die Kampagne selbst ist dann an Parameter wie bestimmte Hashtags oder Bilder geknüpft. Binnen 48 Stunden erhält der Kunde dann seine Überweisung, sobald der Beitrag verifiziert wurde. Der Gedanke: Der soziale Druck sorgt dafür, dass man für „bezahlte“ Postings hinter seiner Meinung und damit hinter dem Produkt steht. Die Aufgabe des Startups besteht nun darin, das Engagement-Rating der Posts zu messen, also wie viele Klicks, Likes und Kommentare ein Beitrag erzielt hat. Ebenso die Verifizierung gehört dazu.


Der Umschwung Richtung E-Commerce

Die Finanzierung für den Prototyp haben sich die Gründer „damals“ vor anderthalb Jahren über ein Stipendium gesichert. Dieses deckte die Kosten für ein Jahr, inklusive Sachmitteln für die Prototypentwicklung und allem, was im ersten Jahr so anfiel. Lokale Unternehmen für die Idee des Startups zu begeistern, gestaltete sich zunächst sehr schwierig, also zogen die Gründer weiter in Richtung E-Commerce.

Dämpfer sind für Tobias nie ein Grund zum Aufgeben gewesen, eher im Gegenteil: „Der ganze Gründerprozess durch die Startup Phasen ist im Endeffekt wie eine Achterbahn. Dämpfer sind etwas Positives, eine Erfahrung, die man macht und die einem zeigt, okay, so wie ich es mir gedacht habe, funktioniert es nicht. Ich muss da jetzt justieren oder meine Strategie ändern, um nachher zu dem Punkt zu kommen, wo es funktioniert.“

Aus der Erfahrung mit E-Commerce haben die Gründer dann Annahmen erstellt, warum z.B. E-Commerce Unternehmen besser funktionieren könnten, und diese verifiziert. Das passierte über Interviews, Umfragen oder persönliche Gespräche. Darauf folgte eine Pilotkundenphase mit Minikampagnen. Vergütet wurden diese auf Spendenbasis, um die Hemmschwelle für die Kunden so niedrig wie möglich zu halten. Daten auslesen konnten die Gründer nur über vermehrte Freundschaftsanfragen, da private Profile es nicht ermöglichen zu sehen, wie ein Beitrag performt. 

Von der Idee zur fertigen App

Um dann später die tatsächliche App zu entwickeln, mussten Tobias und sein Partner sich mit Fragen auseinandersetzen wie „Was müssen wir entwickeln?“, „Wie lange dauert das?“ oder „Worauf müssen wir achten?“. Eine App ist zwar nicht mal eben entwickelt, dennoch war die Zeit für die beiden Gründer überschaubar. Die ersten vier, fünf Monate wurden für die Validierung und die Konzeptphase genutzt, die Pilotkunden wurden um Feedback gebeten.

Für die Programmierung an sich haben die Startup-Gründer sich Hilfe ins Boot geholt: „Wir sind zwar beide technikaffin, haben Ahnung von IT, aber wir sind eben keine Programmierer in dem Sinne. Und für so ein Projekt brauchst du einfach Leute, die wirklich Spezialisten und Experten sind. Deshalb haben wir dann entschieden, dass wir das gemeinsam mit einer Entwicklungsfirma machen.“
Mit Businessplan-schreiben, Finanzierungsplanung und Unternehmensgründung hat die Entwicklung der App insgesamt etwa ein halbes Jahr in Anspruch genommen.

Die App soll im November startbereit sein, daher suchen die Gründer nun nach Kunden und kümmern sich um den Vertrieb. Nach den Pilotkunden folgen Case-Studies, die dem ganzen Projekt den letzten Schliff geben. Ob die App vorrangig auf iOS oder Android laufen soll und wie die Gründer backend-seitig aufgestellt sind, das kannst du im gesamten Podcast-Interview anhören.
Auch über die Anschlussfinanzierung haben Tobias und sein Co-Founder sich bereits Gedanken gemacht: Die beiden sind so überzeugt von ihrem Projekt, dass die sich über einen Bankkredit finanzieren werden, statt sich einen Investor zu suchen – auch, um ihre Anteile nicht zu verlieren. Aktuell ist das Unternehmen noch eine UG, allerdings hoffen die Gründer darauf, bald auf eine GmbH wechseln zu können.

Das Geschäftsmodell des Startups ist sehr einfach gehalten. Es gibt aktuell drei Kostenpunkte für die Unternehmen. Zum Einen das Cashback, welches an den Endkunden ausgezahlt wird. Auf dieses Cashback erhebt das Startup 20 % Kommission für die Verifizierung der Beiträge und die Transaktionskosten. Abgesehen davon gibt es noch einen Mitgliedsbeitrag, der die ganze Performanceanalyse und die Auswertung des User-generated Content abdeckt. Den Endkunden kostet die Nutzung nichts, alle Kosten sind von den Unternehmen zu tragen.

Nimm gerne Kontakt auf!

Wenn du nun Fragen zur Startup Förderung, einer App-Entwicklung oder Startups allgemein hast, kannst du gerne mit Tobias Kontakt aufnehmen. Du findest ihn auf LinkedIn oder über die Webseite des Unternehmens.

Wenn du mit deinem Startup so richtig durchstarten möchtest, kannst du dir gerne jederzeit einen Startup Beratung mit mir buchen.

Es gibt auch wieder ein Video dazu auf meinem IT founder YouTube-Kanal.

Ich danke Tobias für das spannende und interessante Interview!

IT Founder

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About the author 

Tobias Ziegler

CEO von IT-founder.de, Gründer, Business-Coach und langjähriger Selbstständiger in der IT-Branche. Als Gründer fühlst du dich vielleicht manchmal erschlagen von der Menge und Vielfalt der anstehenden Aufgaben. Ich zeige dir aus eigener Erfahrung, wie du mit deinem IT-Unternehmen erfolgreich startest und Fehler vermeidest!

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